(cs) … es kam einem Erdrutsch gleich, so viele Steine fielen Spielerinnen und Fans der wJA der HSG-Linden nach einem überraschend starken Auftritt des Teams im Derby gegen die HSG Dilltal nach Spielende (33 : 18 !!!) gleichzeitig vom Herzen.
„Bei der wJA nichts Neues !“, lautete das Resümee stereotyp nach jedem Spieltag bisher in Hessens höchster Spielklasse, was auch die Abstinenz von Artikeln erklärt, … es gab einfach nichts Erwähnenswertes bisher, außer wieder knapp gescheitert zu sein, und die Tabelle mit 0 Punkten von hinten her anzuführen.
Dabei spricht die Tordifferenz unter den letzten 3 Teams eindeutig für die HSG-Linden, die sich jedoch u.a. in Kirchhof, in Kriftel und 2 x gegen Hungen/Lich knapp nicht zu belohnen wusste. Und auch „einkalkulierte“ Punkte wie gegen Dilltal oder Pfungstadt in der Hinrunde ließ man dank z.T. „unterirdischer Spielweise“ liegen.
So auch letzte Woche ein in meinen Augen weiterer, spielerischer Tiefpunkt gegen Kriftel, als man die Defensive völlig vernachlässigte, Umschaltspiel und Tempogegenstöße an der Präzision scheiterten, das Rückzugsverhalten einem orientierungslosen Hühnerhaufen glich, und die Kreisläuferin hätte in Urlaub fliegen können …
Und auch gegen Dilltal startete die HSG-Linden erst in der 7. Spielminute mit dem 1. Treffer durch Nelly Rexin ins Spiel. Doch einfallslose Dilltalerinnen trafen auf eine aufmerksame, griffige Defensive, die zunächst allenfalls Distanzwürfe zuließ, und so ergriff man mehr und mehr die Initiative, witterte trotz des Abendspiels „Morgenluft“, und baute eine Führung ab Minute 13 (5 : 4) bis zur Halbzeit (15 : 9) beständig aus. Ein deutlicher Vorsprung, den man aber auch gegen Hungen/Lich vor 2 Wochen zu verspielen wusste, und so traute man auf der Tribüne der Anzeigetafel noch nicht so richtig über den Weg.
Den Spielerinnen ging es wohl ebenso, denn bis Minute 43 vergrößerte sich der Abstand (18 : 13) nicht, doch schien mit Minute 45 der Bann gebrochen, das Selbstbewusstsein zurück, der Knoten geplatzt, der Glaube an den 1. Sieg der Saison bei den Spielerinnen angekommen, wie das sich anbahnende Handball-Abschlussfeuerwerk erkennen ließ.
Insbesondere die oftmals wenig beachtete Emely Becker startete in den letzten 15 Minuten auf außen stets hellwach durch, wurde per schnellem, langem Ball präzise angespielt, nahm die Kugel prächtig an, und wuchtete sie 5 x ins Netz, … sehenswert ! Und auch die lange „beurlaubte“ Kreisläuferin Lilli Allendörfer steuerte zu diesem Feuerwerk urplötzlich 4 Tore bei.
So warf man im Derby die HSG Dilltal verdient in dieser Höhe (33 : 18) aus der Sporthalle in Lützellinden. Das Publikum spendete bereits vor Spielende stehend Applaus, und nach dem Abpfiff ließ man den Emotionen freien Lauf.
Den Glauben an sich, an das Team jetzt mitnehmen ins letzte Spiel der Saison gegen Pfungstadt, dann würde diese Saison noch ein adäquates Ende finden ….