Mitreißendes Handballdrama endet 35:35 – Semmelroth krönt Comeback mit Last-Minute-Treffer.
Linden trotzt personellen Problemen und zeigt große Moral
Die HSG Linden hat am vergangenen Wochenende ein echtes Handballspektakel abgeliefert und sich in einem dramatischen Spiel bei der HSG Goldstein/Schwanheim ein 35:35 (16:16)-Unentschieden erkämpft. Trotz einer dünn besetzten Bank und schwieriger personeller Voraussetzungen (Linden reist mit 12 Spielern an) bewiesen die Gäste eindrucksvollen Kampfgeist und sicherten sich durch einen Last-Minute-Treffer von Simon Semmelroth einen hart erarbeiteten Punkt. Besonders Nikolas Adamczyk mit 13 Toren (7/7 Siebenmeter) und der spielende Co-Trainer Simon Semmelroth als einziger Kreisläufer avancierten zu prägenden Figuren dieses denkwürdigen Abends.
Erste Halbzeit: Rasantes Spiel mit wechselnden Führungen
Von Beginn an entwickelte sich ein intensives Spiel, in dem die HSG Linden den besseren Start erwischte. Nikolas Adamczyk, der an diesem Abend treffsicher von der Siebenmeterlinie agierte, Linden früh mit 2:1 in Führung. Bis zur 14. Minute konnten sich die Gäste sogar auf 6:2 absetzen, ehe Goldstein durch eine starke Phase in der Offensive den Anschluss fand. Ein kurzer Zwischenspurt der Hausherren sorgte dafür, dass das Spiel nach 18 Minuten mit 9:9 wieder völlig offen war. Die Begegnung blieb bis zum Halbzeitpfiff hochspannend. Während Linden mit einer geduldigen Offensive überzeugte, nutzte Goldstein seine körperliche Präsenz im 1-gegen-1 konsequent aus. Besonders der agile Spielmacher der Hausherren, Nikola Jankovic setzte immer wieder Akzente und war nur schwer zu verteidigen für die Lindener Jungs. Mit einem späten Treffer von Michel Vogel ging es aber mit einem 16:16 in die Kabine.
Zweite Halbzeit: Goldstein zieht davon – Linden mit unglaublichem Comeback
Nach einem ausgeglichenen Start in die zweite Hälfte, nahmen die Gastgeber das spielerische Zepter immer mehr in die Hand. Linden agierte in der Offensive zu statisch und verlor mit ihrer 6:0-Abwehr immer mehr den Zugriff auf die Goldsteiner Angriffsreihen. So erspielte sich Goldstein durch konsequente Abschlüsse und eine aggressive Abwehrarbeit bis zur 53. Minute eine scheinbar vorentscheidende 32:27-Führung. Die HSG Linden schien auf der Verliererstraße – doch dann startete das Team von Trainer Conrad Melle eine sensationelle Aufholjagd.
Durch eine Umstellung auf eine sehr offensive Abwehr zwang Linden den Gegner zu Fehlern und nutzte nahezu jede sich bietende Gelegenheit konsequent. Nikolas Adamczyk blieb von der Siebenmeterlinie eiskalt, und Julian Viehmann sowie Leo Fischer trafen in der hektischen Schlussphase für die Gast-HSG. Binnen fünf Minuten verkürzten die Lindener Jungs auf 35:34.
In den letzten Sekunden war es schließlich Co-Trainer Simon Semmelroth, der mit seinem vierten Treffer an diesem Abend das 35:35 erzielte und damit für einen emotionalen Schlusspunkt sorgte. Die mitgereisten Linden-Fans „Lindras“ feierten den dramatischen Punktgewinn frenetisch, was seine Fortsetzung im Vereinsheim Lützellinden finden sollte bis tief in die Nacht.
Tabellensituation und Ausblick
Mit dem hart erkämpften Remis rutscht die HSG Linden mit 22:20 Punkten zwar auf den achten Tabellenplatz der Oberliga Mitte. Der Abstand zu den oberen Tabellenregionen bleibt jedoch nur marginal. Die Moral und die Kampfkraft, die das Team in Goldstein gezeigt hat, sind ein positives Signal für die kommenden Aufgaben.
Am Samstag, den 29. März 2025, um 20:00 Uhr steht das nächste Heimspiel in der Stadthalle Linden an. Dann empfängt die HSG Linden die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III, die sich derzeit auf einem Abstiegsplatz befindet, jedoch in den letzten Wochen starke Leistungen zeigten (unter anderem ein 30:24-Erfolg über die HSG Goldstein/Schwanheim).
Spielstatistik:
Beste Torschützen:
- HSG Goldstein/Schwanheim: Ben Becker (7), Jan Eric Kleiber (6/2), Patrick Tran (6)
- HSG Linden: Nikolas Adamczyk (13/7), Julian Viehmann (4), Simon Semmelroth (4)
Zeitstrafen:
- HSG Goldstein/Schwanheim: 5
- HSG Linden: 5 – Rote Karte (36. Minute – Moritz Ebert – grobes Foulspiel)
Siebenmeter:
- HSG Goldstein/Schwanheim: 3/2
- HSG Linden: 7/7